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Viele Köche, noch mehr Standards, was für ein Brei!

Viele Köche, noch mehr Standards, was für ein Brei!

Etliche Initiativen arbeiten an Industrie-4.0 Standards und überfordern den Mittelstand – es geht auch anders

Die Industrie 4.0 postuliert ein gemeinsames Ziel: die digitalisierte und vernetzte Produktion. Dafür braucht es Standards, damit die Kommunikation im Netzwerk zwischen Mensch und Maschine, zwischen einzelnen Firmenstandorten und auch zwischen einzelnen Unternehmen reibungslos funktioniert. Gibt es keine einheitlichen Kommunikationsregeln, ist das Netz nichts weiter als ein Flickenteppich mit unzähligen Schnitt- oder bildlich gesprochen Bruchstellen.

Allerdings wird die Standardisierung umso schwerer, je mehr Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen. Ein Prozessfertiger benötigt beispielsweise andere Produktionsdaten als ein Einzelfertiger. Hinzu kommen die unterschiedlichen Vorstellungen zwischen den einzelnen Branchen. Das Ergebnis: Viele Institutionen und Verbände arbeiten an Standards – und Sie kennen ja das Sprichwort mit den vielen Köchen…

OPC, MTConnect und RAMI 4.0

Im produzierenden Mittelstand wird häufig der OPC-Standard zum Auslesen von Maschinendaten genutzt. OPC ist auch in der aktuellen Version OPC UA Bestandteil des Referenzmodells Industrie 4.0 (RAMI 4.0), das vom ITK-Verband Bitkom sowie dem VDMA und ZVEI entwickelt wurde. Allerdings ist RAMI 4.0 mehr als Umsetzungsempfehlung zu verstehen, auf dessen Basis Standards entwickelt werden können. Ohnehin lehnen es viele Mittelständler als zu komplex ab, zumal ein hohes Niveau an IT-Kompetenz abverlangt wird.

Doch RAMI 4.0 ist nicht der einzige Versuch einer Standardisierung. Verbände wie etwa MESA, NAMUR, ISA oder der VDI arbeiten ebenfalls an Standards für die Industrie 4.0. Parallel zu OPC UA haben darüber hinaus die USA MTConnect entwickelt. Zusätzlich existieren brancheneigene Standards wie zum Beispiel der Weihenstephaner Standard in der Getränke-Abfüll-Industrie. Wer heutzutage also eine unternehmensweite einheitliche Kommunikationsplattform schaffen will, kommt nicht umhin, eine Vielzahl an Standards zu integrieren und dort, wo sie fehlen, entsprechende Schnittstellen zu entwickeln.

VDMA-Einheitsblatt wird zur internationalen Norm

Dieses Dilemma hat gbo datacomp erkannt und daher frühzeitig aktiv als VDMA-Mitglied an der Standardisierung für die Industrie 4.0 mitgewirkt. So entstand das Einheitsblatt 66412 für die Fertigungssteuerung und -überwachung. Das Blatt legt standardisierte Kennzahlen, sogenannte Key Performance Indicators (KPIs), für Manufacturing Execution Systeme (MES) wie etwa Durchsatz, Ausfallrate, Ausschusskosten oder Prozessfähigkeit fest. Der Vorteil: Aus dem Einheitsblatt 66412 wurde die ISO-Norm 22400 entwickelt. Hierbei handelt es sich um einen international anerkannten Standard und eben keinen nationalen Alleingang wie bei vielen anderen Standardisierungsbemühungen.

Darüber hinaus zählt gbo als VDMA-Mitglied zu den Gründern des Arbeitskreises 3 im Deutschen Institut für Normung, der die Inhalte eines MES festlegt, wie etwa die KPIs oder die vertikale und horizontale Datenintegration eines MES. Parallel dazu entwickeln die gbo-Profis in einem weiteren VDMA-Arbeitskreis einheitliche Schnittstellen. Hier profitiert das Unternehmen von seiner Erfahrung aus dem IoT-Bereich (Internet of Things).

Flexible Integrationsplattform als Basis für Industrie 4.0

Das langjährige Engagement der gbo-Spezialisten kommt den Kunden zugute. So bietet gbo eine IoT-Schnittstelle als kundespezifische Lösung an, die insbesondere von global agierenden Unternehmen genutzt wird, die Daten von der Maschine in die Cloud und von dort zum Benutzer und zurück transferieren. Während der produzierende Mittelstand im Rahmen der digitalen Transformation auf den OPC-Standard setzt, werden in Zukunft IoT-Schnittstellen immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Daher sollten Unternehmer bereits heute auf flexible Lösungen setzen, welche die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine auch in Zukunft ermöglichen. Hierfür hat gbo die Integrationsplattform VirtCont 4.0 entwickelt. Die Lösung bietet unter anderem die Datenprotokolle OPC, OPC UA und MTConnect sowie das XML-Format, die Modbus-Schnittstelle und direkte Automatenschnittstellen für die SPS-Steuerung S7. VirtCont 4.0 kann branchenübergreifend genutzt werden und berücksichtig sowohl zyklische Einzelwerte als auch Massendaten, ohne dass es zu einer Überlastung des MES kommt. Als flexible Integrationsplattform ermöglicht VirtCont 4.0 von gbo eine durchgängige Kommunikation – die Grundlage für jeden weiteren Schritt in Richtung Industrie 4.0.

2017-08-21T12:30:41+00:00 24. August 2017|Blog|