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Keiner will wie Kodak enden

Keiner will wie Kodak enden

So meistern produzierende Mittelständler in fünf Schritten den digitalen Wandel

Wer glaubt, es reiche aus, Geschäftsprozesse und Produktionsabläufe schlicht zu digitalisieren, der wird scheitern. Der Philosoph Richard David Precht sprach auf einer Veranstaltung Ende Juni 2017 davon, dass die Arbeits- und Leistungsgesellschaft mit der vierten Industrierevolution am Ende sei. Die Arbeitsproduktivität steige zwar an, aber die Gesellschaft müsse sich völlig neu strukturieren, da für rund die Hälfte der Menschen in Zukunft keine Arbeit mehr vorhanden sei, denn der Unterschied zu den bisherigen Industrierevolutionen sei laut Precht, dass die Digitalisierung kein Wachstum der Märkte schaffe, sondern deren Effizienz steigere.

Effizienter, agiler und flexibler werden

Dabei genügt es nicht, das eigene Geschäftsmodell zu digitalisieren. Ein Merkmal der Digitalisierung ist die Disruption. Unternehmen wie Uber oder Airbnb stellen ganze Branchen auf den Kopf. Die Gefahr kommt von außen, denn in den meisten Fällen sind es nicht die etablierten Unternehmen, die disruptive Innovationen entwickeln – Kodak und Nokia können ein Lied davon singen. Wer auf derartige „digitale Einschläge“ vorbereitet sein will, muss nicht nur effizienter, sondern auch flexibler und agiler werden.

Das klingt nach einer Binsenweisheit, doch laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des IT-Verbands Bitkom unter 504 Geschäftsführern und Vorständen deutscher Mittelständler sehen nur 55 Prozent die digitale Transformation als eine der zentralen Herausforderungen an. Schlimmer noch: Ganze 24 Prozent der mittelständischen Unternehmen haben nicht einmal eine Digitalstrategie und riskieren damit, den Anschluss an die Marktentwicklung zu verpassen. Doch wie und wo soll man anfangen?

Schritt 1: Kulturwandel beginnt in der Chefetage

Wenn die Digitalisierung eine massive Veränderung unserer Gesellschaft nach sich zieht, betrifft das auch die Unternehmenskultur. Entscheidungen werden anders gefällt, Mitarbeiter anders geführt. Die Digitalisierung zieht sich also vom Shopfloor bis zur Chefetage durch und sollte deshalb auch an der Unternehmensspitze angesiedelt sein.

Die Zeiten, in denen einer führt und die Herde ihm folgt, sind vorbei. Da die Digitalisierung alle im Unternehmen betrifft, bedingt sie auch die Teilhabe aller an der Transformation, sprich: Die Unternehmensführung kann den Input eines jeden Mitarbeiters nutzen. So sollte ein Digitalteam einen Querschnitt aus allen Unternehmensbereichen darstellen, vom „Digital Native“-Azubi bis zum langjährigen Mitarbeiter an der Maschine. Natürlich muss einer die Verantwortung für ein solches Team tragen. Der Chief Digital Officer ist geboren.

Schritt 2: Keiner kämpft für sich allein

Das Digitalteam macht sich dann an die Entwicklung einer Digitalstrategie: Welche Prozesse im Unternehmen können digitalisiert werden, welche sind es bereits und bei welchen ist es am sinnvollsten? Die Antworten auf diese Fragen müssen nicht gleich das gesamte Geschäftsmodell über den Haufen werfen. Häufig ist es sinnvoll, zunächst nur einzelne Abteilungen, eventuell einzelne Geschäftsbereiche zu digitalisieren.

Klar ist allerdings, dass kein Unternehmen die digitale Transformation alleine bewerkstelligen kann. Wenn die Gefahren der Disruption von außen kommen, warum nicht auch von außen Hilfe hinzuziehen? Laut Bitkom-Umfrage kooperieren 43 Prozent der Mittelständler mit Start-ups, ein Fünftel entwickelt dank so einer Zusammenarbeit bereits neue Produkte. Vorteil der Jungunternehmer: Sie stecken nicht in jahrelang gelebten Unternehmensstrukturen fest, sie sind innovativ und ermöglichen Synergien sowie einen Technologietransfer.

Schritt 3: Mitarbeiter und Kunden stehen im Fokus

Worte wie Synergie oder Effizienzsteigerung hören sich für Mitarbeiter immer nach Stellenkürzungen an. Doch wer seine Angestellten von Anfang an auf den Weg der Digitalisierung mitnimmt und in sie im Sinne von Weiterbildungen investiert, nimmt ihnen die Angst und verringert das Risiko, dass gute Arbeitskräfte nach anderen Unternehmen Ausschau halten.

Nicht nur die Mitarbeiter rücken in den Fokus, auch die Kunden. Digitalunternehmen wie Apple oder Facebook sind deshalb so erfolgreich, weil sie Produkte und Dienstleistungen anbieten, die die Kunden gerne nutzen. Wer die Kunden an sich binden möchte, muss ihre Bedürfnisse verstehen – eine Stärke des Mittelstands, die er in der digitalen Transformation voll ausspielen muss.

Schritt 4: Daten effektiv nutzen

Eine Folge der Digitalisierung sind die massenhaft verfügbaren Daten über Produktionsabläufe, Warenbestände, Maschinenauslastungen usw. Doch aus den Daten müssen die passenden Informationen generiert und im Unternehmen verteilt werden. Der Fertigungsleiter braucht andere Zahlen als das Management. Um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können, müssen Business- und Produktionsebene miteinander verknüpft werden.

Das erreichen Unternehmen mit einem Manufacturing Execution System (MES). Das MES analysiert die Daten der Maschinensteuerungen und stellt so eine homogene und valide Datenbasis zur Verfügung, auf deren Grundlage nicht nur die Prozessqualität verbessert, sondern auch die Produktivität zum Beispiel durch reduzierte Rüst- oder Durchlaufzeiten erhöht werden kann.

Schritt 5: Schneller zum Ziel mit skalierbarem MES

Die MES-Experten von gbo empfehlen grundsätzlich, dass produzierende Mittelständler nicht einer obskuren Vision namens Industrie 4.0 hinterherhecheln, sondern besser auf sich selbst schauen sollten. Welche Voraussetzungen bringt das Unternehmen für die digitale Transformation mit? Ausgehend von dieser Frage findet jeder Mittelständler seinen individuellen Weg der Digitalisierung. Diese Herangehensweise lässt sich im Mittelstand sehrt gut in einem ersten Schritt mit einer MES-Kompakt-Lösungen abbilden.

Natürlich steht am Ende das vollkommen vernetzte Unternehmen, sowohl horizontal als auch vertikal, aber auch vernetzt mit Zulieferern, Logistikern und Kunden. Allein der Weg dorthin ist für jedes Unternehmen anders. Eine flexible und skalierbare MES-Lösung ebnet den Weg in die Industrie 4.0. Die gbo-Experten helfen mit ihrem Know-how und ihrer langjährigen Erfahrung gerne weiter. Sicherlich, aller Anfang ist schwer, aber wer jetzt nicht anfängt, ist schon bald am Ende.

2017-07-26T09:00:13+00:00 26. Juli 2017|Blog|