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Industrie 4.0: MES in der Datenwolke

Industrie 4.0: MES in der Datenwolke

gbo Tech & Science | Cloud MES kann sich lohnen – mit dem richtigen Dienstleister an der Seite | von Prof. Dr.-Ing. Robert Patzke

Die Vorteile von Cloud-Anwendungen und SaaS-Modellen (Software as a Service) liegen auf der Hand: Betrieb und Wartung der IT-Infrastruktur werden ausgelagert, Software wird als Dienst genutzt, anstatt sie mittels teurer Lizenzen zu erwerben und kann darüber hinaus je nach Bedarf angepasst werden. Des Weiteren können Cloud-basierte Dienste standardisiert über mehrere Standorte weltweit ausgerollt werden. Diese Vorteile wirken sich letztendlich positiv auf die Total Cost of Ownership (TCO) aus.

Private, Public und Hybrid Cloud

Es wird zwischen Public und Private Cloud unterschieden. Dienste in einer Public oder öffentlichen Cloud sind für jedermann über das Internet zugänglich – selbstverständlich insofern ein entsprechendes Vertragsverhältnis mit dem Diensteanbieter besteht. Betreibt ein Unternehmen seine Services auf eigenen Servern oder verfügt über den alleinigen Zugriff auf eine gehostete IT-Infrastruktur, spricht man von einer Private Cloud.

Eine Mischform bildet die Hybrid Cloud, bei der lediglich sensible oder datenschutzkritische Unternehmensdaten in einer Private Cloud geführt werden, wohingegen die Services in einer Public Cloud betrieben werden. Die Herausforderung bei diesem Ansatz besteht in der Differenzierung zwischen datenkritischen und -unkritischen Geschäftsprozessen. Voraussetzung hierfür ist eine trennscharfe Datenklassifizierung.

Permanente Verfügbarkeit und Kostentransparenz

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) verfügen nur in seltenen Fällen über die notwendige IT-Infrastruktur und die entsprechenden Kompetenzen für den Einsatz eines Manufacturing Execution Systems (MES). Deshalb scheuen viele die Herausforderungen der digitalen Transformation, obschon ihnen bewusst ist, dass der Wandel zu Industrie 4.0 unausweichlich ist und die Art und Weise, wie sie diesen Wandel meistern, über ihre Wettbewerbsfähigkeit entscheidet.

Cloud-basierte MES-Lösungen können aufgrund der genannten Vorteile gerade für KMU den Weg zur Smart Factory ebnen. Das Unternehmen muss weder eine eigene IT-Infrastruktur vorhalten, noch entsprechende Fachkräfte beschäftigen. Live-Backup-Systeme sorgen für eine permanente Verfügbarkeit der Cloud, selbst bei Aktualisierungen.

Der große Vorteil ist jedoch die Skalierbarkeit: Ändern sich die Produktionsbedingungen, können die Cloud Services an die neuen Anforderungen angepasst werden. Das gefürchtete Over-Engineering wird so vermieden, nutzungsorientierte Abrechnungsmodelle garantieren zudem Kostentransparenz.

Was ein Cloud-Anbieter leisten muss

Für Unternehmen kommt aufgrund von Datensicherheit und -schutz häufig nur eine Private-Cloud-Lösung in Frage. Bei der Nutzung einer öffentlichen oder hybriden Cloud befinden sich unternehmenseigenen Daten auf Servern, die auch von anderen Unternehmen genutzt werden. Das erhöht zwangsläufig die Gefahr von Angriffen. Selbst wenn derartige Attacken nicht dem eigenen Unternehmen gelten, droht zum Beispiel durch eine erfolgreichen DDos-Angriff der Totalausfall eines Servers. Dementsprechend wichtig sind die Sicherheitsmaßnahmen des Dienstleisters auch bei einer Private Cloud.

Ebenso muss sichergestellt sein, dass der Dienstleister die vergleichsweise hohen Anforderungen des deutschen Datenschutzes einhält. Mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und der E-Privacy-Verordnung der EU kommen zudem neue Herausforderungen auf Unternehmen zu. Hierauf muss ein Cloud-Dienstleister ebenfalls vorbereitet sein.

Des Weiteren spielt auch der Standort der Rechenzentren eine große Rolle. US-amerikanische Dienstleister sowie deren Tochterunternehmen unterliegen dem Patriot Act, der US-Regierungsbehörden wie FBI, CIA und NSA umfassenden Zugriff auf deren Server erlaubt, auch wenn sie nicht auf US-Gebiet stehen und einer andere Rechtsprechung unterliegen.

Interoperabilität und Erfahrung

Um den Vorteil der Skalierbarkeit einer Cloud-basierten MES-Lösung ausnutzen zu können, ist ein hohes Maß an Interoperabilität nötig. Nur mit einer flexiblen und umfangreichen Schnittstellenanbindung ist sichergestellt, dass etwa neu angeschaffte Maschinen oder Umrüstungen an bestehenden Anlagen problemlos ins MES integriert werden können.

Als erfahrener MES-Spezialist analysiert gbo datacomp den individuellen Digitalisierungsgrad eines Unternehmens und entwickelt auf dieser Basis die passende MES-Lösung – modular aufgebaut und damit flexibel und skalierbar. So gelingt Schritt für Schritt der Weg ins Industrie-4.0-Zeitalter.

Über den Autor:

Prof. Dr.-Ing. Robert Patzke sitzt im Beirat von gbo datacomp. Er lehrt an der Hochschule Hannover auf dem Gebiet der Industrieelektronik und Digitaltechnik. Patzke war an diversen Forschungsprojekten wie etwa zur Produktionsoptimierung oder zustandsabhängiger Instandhaltung sowie etlichen Standardisierungen (ISO, DIN, ASAM) beteiligt. Seine Arbeitsgebiete reichen von der Entwicklung elektronischer Schaltung und Schaltnetzteilen bis zur Anwendung und Programmierung von Mikrocontrollern unter anderem für die Netzwerkintegration, intelligente Sensorsysteme oder dezentrale Automatisierungskomponenten in der Produktion.

2017-12-20T10:59:40+00:00 21. November 2017|Blog|